Diagnostizieren und handeln

Behandlung

Dr. med. Thomas Noesselt

Bei Verdacht auf Brustkrebs muss in jedem Fall reagiert werden.

Dazu gibt es mehrere Diagnoseverfahren:

  • Mammographie
    Sie ist die wichtigste Untersuchung zur Abklärung eines Krebsverdachts. Nur einige Brustkrebsformen werden dort nicht sichtbar. Gelegentlich können auch durch gruppierten Mikrokalk Vorstufen erkannt werden (in situ-Veränderungen), die noch nicht invasiv sind (s. „nicht invasives Mammakarzinom“).

  • Ultraschalluntersuchung der Burst und der Lymphwege
    Diese können ergänzende Informationen liefern und gelegentlich Tumore darstellen, die noch nicht tastbar und auch in der Mammographie noch nicht erkennbar sind..

  • Magnetresonanztomographien (MRT)
    Stellt eine ergänzende Untersuchungsmethode dar.

  • Gewebeproben
    Sie werden aus dem verdächtigen Bereich der Brust entnommen und bringen endgültige Gewissheit. Man spricht bei diesem Verfahren von einer Biopsie. Häufig wird eine sonographisch gesteuerte Stanzbiopsie durchgeführt.
    Die Gewebeprobe wird dann von einem Pathologen unter dem Mikroskop beurteilt.

Bei mehr als 66 Prozent der Betroffenen ist heute eine Operation möglich, bei der die Brust erhalten bleibt. Große Tumoren können unter Umständen durch eine vorhergehende medikamentöse Therapie verkleinert werden.

Gleichzeitig kann durch die ausschließliche Entfernung des sog. „Wächterlymphknotens“ in vielen Fällen die komplikationsreichere komplette Entfernung aller Lymphknoten aus der Achselhöhle vermieden werden. 

Sollte eine Brustentfernung nötig sein, ist häufig noch in der gleichen Operation ein Wiederaufbau der Brust mit Eigen- oder Fremdgewebe möglich.

Nach der brusterhaltenden Operation erfolgt, regelhaft eine zusätzliche Bestrahlung. Damit ist das Risiko eines erneuten Tumors in der erhaltenden Brust nicht größer, als wenn die ganze Brust entfernt worden wäre. Ob eine Bestrahlung auch nach einer Mastektomie (Entfernung der Brust) notwendig wird, richtet sich nach dem individuellen Risiko. 

Je nach Empfindlichkeit der Tumorzellen wird eine antihormonelle Behandlung für 5-10 Jahre durchgeführt. Gegebenenfalls kann auch eine zusätzliche Chemotherapie nötig sein und ein erhöhtes Risiko senken. Das wird nach der Ausbreitung des Tumors und nach der Biologie der Tumorzellen individuell abgestimmt.

Ist eine Brustkrebserkrankung im fortgeschrittenen Stadium, steht die Linderung von Beschwerden gleichberechtigt neben einer Behandlung. Ziel der letzteren muss ein Bremsen des Tumorwachstums sowie eine verzögerte Ausbreitung von Metastasen sein. Dazu kommen Hormontherapie, Chemotherapie, zielgerichtete Medikamente und je nach Situation auch Bestrahlungen infrage.

Begleitung

Für die psychologische und seelsorgerische Unterstützung steht Ihnen bei Sana OnkoMed Nord umfassende und professionelle Hilfe zur Verfügung. Dazu stehen in jedem Brustzentrum professionelle Psychoonkologen zur Verfügung. Neben Kontakten zu Selbsthilfegruppen helfen wir mit persönlichen Gesprächen. Hierbei legen wir größten Wert darauf, die Situation umfassend und verständlich zu erklären sowie die seelische Belastung zu erleichtern.

Fazit

Die Diagnose Brustkrebs ist nur äußerst selten ein medizinischer Notfall, der sofort behandelt werden muss. Jede betroffene Frau hat ausreichend Zeit, um sich über alle Behandlungsmöglichkeiten zu informieren. Zertifizierte Brustzentren bieten qualitativ hochwertige Diagnostik und umfassende und individuelle Therapien an. Bei Sana OnkoMed Nord gehören beispielsweise regelmäßige fächerübergreifende Tumorkonferenzen zum Behandlungskonzept. Hier werden alle Brustkrebsfälle von unseren Experten besprochen und die Behandlungsempfehlungen gemeinsam erarbeitet. Zusammen mit der Patientin legen wir dann individuell die Therapie fest.

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