Drei wichtige Faktoren

Erkrankung & Ursachen

Dr. med. Thomas Noesselt

Die Mehrzahl der Tumoren in der Brust ist gutartig. Bei den Befunden kann es sich etwa um Bindegewebsgeschwülste, flüssigkeitsgefüllte Zysten oder ähnliche Veränderungen handeln.

Bei bösartigen Tumoren unterscheidet man wie folgt:

Bösartige Tumoren entstehen fast immer im Drüsenanteil der Brust. Dabei unterscheidet man zwischen denen, die in den Drüsenläppchen entstehen und denen, die sich in den Milchgängen entwickeln.

  • Nicht invasives Mammakarzinom
    Der Begriff bezeichnet Vorstadien des Karzinoms. Die meisten Fälle von Brustkrebs beginnen in den Oberflächenzellen der Milchgänge (duktales Karzinom), manchmal auch in den Drüsenläppchen (lobuläres Karzinom) selbst. Solange sich der Brustkrebs auf diese Gebiete beschränkt, ist er „in situ“. Die Tumorzellen sind noch nicht in das Gewebe der Milchgangs- oder Drüsenläppchenwand eingewachsen und breiten sich zunächst nur in den Milchgängen aus. In diesem Stadium ist die Erkrankung zu 100 Prozent heilbar.

  • Invasives Mammakarzinom
    Krebszellen können aber auch das Gang- und Drüsengewebe durchbrechen und sich – je nach Zelltyp – im umgebenden Brustgewebe ansiedeln. In diesem Fall spricht der Mediziner von einem invasiven Mammakarzinom. Das Problem ist, dass sich die Krebszellen so über die Lymphbahnen in die Lymphknoten der Umgebung (vor allem in der Achsel), aber auch über die Blutbahn im Körper ausbreiten können.

Das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, hängt von vielen Faktoren ab:  

  • Lebensstilfaktoren
    Übergewicht und Bewegungsmangel erhöhen die Wahrscheinlichkeit, an Brustkrebs zu erkranken. Das gilt besonders nach den Wechseljahren. Auch der Konsum von Alkohol ist als Risikofaktor bekannt. Aktiv- und Passivrauchen stehen ebenfalls in Verdacht, zur Erkrankung an Brustkrebs beizutragen.
  • Hormonelle Faktoren
    Bei der Mehrzahl der Betroffenen reagieren die Tumorzellen auf Hormone. Auch die Statistiken legen nahe, dass der Geschlechtshormonspiegel sich lebenslang auf die Entstehung auswirkt. Zudem sind eine frühe erste und eine späte letzte Regelblutung mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko verknüpft. Denn je länger der Zeitraum, desto mehr ist die Frau einem schwankenden Hormonlevel ausgesetzt. Ob eine Hormontherapie in den Wechseljahren das individuelle Risiko steigert, ist noch nicht abschließend geklärt.
    Hormonhaltige Ovulationshemmer, wie die „Pille“, beeinflussen das Risiko eines Brustkrebsleidens gar nicht oder nur geringfügig.
  • Mehrere und frühe Geburten sowie längere Stillzeiten senken das Erkrankungsrisiko.
  • Erbfaktoren
    Die familiäre Häufung von Brust- oder Eierstockkrebserkrankungen gilt ebenfalls als Risikofaktor.  Allerdings liegt eine Veränderung der sogenannten Brustkrebsgene BRCA1 und BRCA2 nur in etwa fünf bis zehn Prozent aller Fälle zugrunde.
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